Das Reisetagebuch

Ein Reisetagebuch schreibe ich selbst dann, wenn ich nicht reise. Bereits vor der Reise suche ich mir Informationen über das Reiseziel zusammen, kaufe mir Reiseführer und lese vor allen Dingen auch Reiseberichte von Menschen, die schon einmal dort waren. Das können sowohl Blogs im Internet sein, als auch Reisereportagen in Zeitungen und Büchern sein, selbst in Romanen finde ich Inspirationen.

Zunächst ist (fast) jedes meiner Reisetagebücher ein einfaches Notizbuch mit einem festen Gummi drumherum und einem eingeklebten Umschlag innen. So kann ich Zettel, Karten, lose Blätter einfach sammeln. Vor der Reise mache ich mir manchmal Notizen zu den gelesenen Texten, halte fest, was ich un-be-dingt sehen muss. Ob ich es mir dann wirklich anschaue? Kommt darauf an… Vielleicht ist es für die Sehnsucht, die mich zu einem bestimmten Ort führen will, besser, wenn ich diesen nicht real erlebe. So bleibt mir eine Ent-Täuschung erspart.

Schon vor der Reise sammele ich auf diese Weise die ersten Ideen, Gedanken und Notizen. An was muss ich unbedingt denken? Was darf ich auf dieser Reise auf gar keinen Fall vergessen?

Ich packe meinen Koffer und meine Taschen. Was wird mich auf meiner Reise begleiten? Diese Dinge gehören zu mir, sie sind sozusagen mein vertrautes Zuhause in der Fremde. Welche meiner Kleidungsstücke packe ich ein? Wie will ich mich den Mitreisenden zeigen? Bei jeder Reise zeigte sich: Ich habe Dinge eingepackt, die ich überhaupt nicht gebraucht habe. Doch beim Packen war ich überzeugt, dass ich ohne diese Dinge nicht fahren kann. Auf gar keinen Fall! Ob die Sandalen auf meiner Pilgertour von Eisenach nach Marburg oder die Stifte, mit denen ich auf der Kappadokienreise zeichnen wollte: Alles war nur Ballast. Doch das weiß ich erst nach der Reise, nicht vorher.

 

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