Projekt 52: Winter am Walberla

Jeden Morgen erwacht der Tag und mit ihm die Lust, in die Welt hinauszuziehen. Wohin des Wegs ich gehe, richtet sich nach Wind und Wetter, Lust und Laune: Heute geht es hoch auf den Berg, aufs Walberla, der immer von ferne grüßt, sobald ich mit dem Auto in Richtung Forchheim unterwegs bin.

Die Sonnenstrahlen wärmen in der eisigen Luft, doch je höher ich steige, desto rauer weht der Wind. So leiste ich der Walburga, die vor ihrer Kapelle steht, nur kurz Gesellschaft. Ob ihr kalt ist, so wie sie bei Wind und Wetter draußen warten muss? In der kleinen Kapelle könnte sie Schutz finden, leider ist die Tür fast immer fest verschlossen. Die Schlittenkufen der Kinder spurten Parallelen in den Schnee, die im Sonnenlicht golden glänzen und bis hoch zur Spitze führen. Von hier aus ist die Sicht weit, so lange, bis die Dämmerung kommt.

projekt52_2.jpgDas ist mein Beitrag zum Projekt 52 bei Frau Mondgras. Eigentlich gilt es, jede Woche ein Bild zum Thema zu finden, doch der Januar ist schon so weit. Deswegen habe ich viele Bilder auf dem Weg zum Walberla gemacht und sie zu einem kleinen Film zusammengepackt. Viel Vergnügen damit.

Edit: Da habe ich doch gestern glatt vergessen, Frau Mondgras zu verlinken. Wird prompt nachgeholt: Da ist der Link. 

Die Musik stammt von:
Kostenlose Musik von Frametraxx Banner

Franken ist (m)ein Paradies

Nachdem Gott die Menschen aus seinem Paradies vertrieben hatte, blieb ihnen nur die Sehnsucht, eine Sehnsucht nach dem Land, das ihnen verboten blieb. Seit dieser Zeit suchen die Menschen einen Ersatz für eben dieses Paradies, reisen rund um die Welt und hoffen inniglich, dass sie wenigstens für eine kurze Zeit dorthin zurückkehren können.

Ich fand das Glück in Franken, bin jetzt schon fast zwei Jahre hier zu Hause und entdecke immer mehr von der wunderbaren Gegend um mich herum. Kletterfelsen, Höhlen, Karpfenweiher, Dörfer, pittoreske Städtchen und urbanes Leben – alles ist da.

In manchen Ortsnamen klingt bereits die Schönheit als Grundton mit: Wer durch den Gottesgarten wandert oder im Paradiestal unterwegs ist, bekommt eine kleine Ahnung davon, was den Menschen einst verloren ging.

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Kapelle auf dem Staffelberg

Steige ich in Franken auf einen Berg, kann ich auf vielen Gipfeln eine Kapelle besuchen, wie auf den Hochplateaus von Staffelberg und Ehrenbürg: Vor mehr als 2000 Jahren standen hier oben keltische Städte. Die Kelten waren in Franken zu Hause, bis die Germanen aus dem Norden und die Römer vom Süden kamen. Dann packten sie ihre Siebensachen zusammen, und zogen weg. Bis heute weiß niemand, wohin. Vor der Erschließung eines Baugebietes in Hallerndorf gruben die Archäologen im Boden, fanden dunkle Stellen, in denen Pfähle der Häuser standen, sammelten Scherben ein und rekonstruieren später aus den Funden die keltische Siedlung.

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Das Walberla

Aber eigentlich ist es egal, wo ich in Franken unterwegs bin: Spannend und schön ist es überall:

Bamberg

Das Rathaus in Bamberg

Da gibt es das 1000-jährige Bamberg, Weltkulturerbe, im Dom die Grabstätten von Kaiser Heinrich und seiner Kunigunde, den Bamberger Reiter, die Altenburg hoch über der Stadt und die quirlige Altstadt mit Klein Venedig, ein Rathaus, von den Bürgern mitten im Fluss gebaut, weil an dieser Stelle die Domherren nichts zu sagen hatten.

Nürnberg

Nürnberg: Reichsparteitagsgelände

Es gibt Nürnberg, mit Stadtmauer, Burg und dem Wohnhaus von Albrecht Dürer, aber auch das Reichsparteitagsgelände.

sanspareil

Sanspareil

In Bayreuth gibt es außer den Festspielen die Eremitage, den Park Sanspareil, das Wacholdertal und die Villa Wahnfried, dort lebte neben Wagner auch Jean Paul.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber

Von Rothenburg ob der Tauber sind nicht nur die Japaner begeistert. Als ich dort im vergangenen Jahr zum ersten Mal den dortigen Weihnachtsmarkt besuchte, war ich ebenfalls hin und weg: Hier ist nicht ein solches Gedränge, wie auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt, hier wird die ganze Innenstadt zu einem romantischen Markt.

Franken

Felsen in der Fränkischen Schweiz – Paradiestal

Von den Felsen in der fränkischen Schweiz schwärmten schon die Romantiker, in den Tälern lässt es sich wunderbar wandern.

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Störche im Aischgrund

Im Aischgrund reiht sich ein Karpfenweiher an den nächsten, immerhin gibt es gut 2000 davon. Paniert liegen die halbierten Fische später auf den Tellern, die von den Wirten serviert werden – und schmecken wunderbar. Jedes Frühjahr kommen Störche, brüten, ziehen ihre Jungen auf und fliegen wieder davon.

Bamberg

Bierkeller in Bamberg

Bierkeller, Zoigl- und Heckenwirtschaften: In Franken wird in vielen kleinen Brauereien Bier gebraut und am Main entlang gibt es Wein. Es gibt die Bamberger Hörnle, die sauren Zipfel und Schäufele.

Ich merke, dass ich aus dem Schwärmen nicht mehr herauskomme. Wie gut war es, dass ich der Liebe wegen nach Oberfranken zog: So habe ich das Glück, dass ich dort wohne, wo ein kleines Paradies auf Erden ist.

Kreuzberg

Immer wieder schön: Biergarten auf dem Kreuzberg

Wer Franken bereisen möchte, kann mich gerne besuchen: Vielleicht ziehen wir ja zusammen los und entdecken einen Zipfel der Glückseligkeit?

Verbunden mit: Daily prompt

Alle Jahre wieder: Osterbrunnen in Franken

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Osterbrunnen in Kleinengesee: Ein Schokobrunnen

Eier ausblasen, auswaschen, anmalen: In den Wochen vor Ostern haben die Frauen in Franken genug zu tun – und wahrscheinlich gibt es jede Menge Rührei, Eierkuchen und sonstige Leckereien mit Eiern zu essen. Schließlich werden für die fränkischen Osterbrunnen ja nur die ausgeblasenen Eierschalen verwendet. Aber immerhin echte Eier. Als ich noch in Nordhessen wohnte, gab es inzwischen selbst dort mit Eiern geschmückte Osterbrunnen. Weil’s eben so schön war. Doch dafür haben die Landfrauen nur die billigen Plastikeier verbastelt. Keine echten Eier, so wie im vorbildlichen Franken.

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Osterbunnen in Bieberbach

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Osterbrunnen in Bieberbach

Vor gut 100 Jahren kamen schon Touristen hier nach Franken, und damit sie was zu gucken haben, fingen die Menschen dort an, und schmückten an Ostern die Brunnen. Das ist so schön, dass inzwischen ganze Busladungen an Touristen von Brunnen zu Brunnen fahren. Wir waren für drei Tage in Gössweinstein, und haben uns selbstredend rundherum die Osterbrunnen angeguckt.

In Bieberbach ist der größte Osterbrunnen: Er hat sogar einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde und wird vorsichtshalber videotechnisch überwacht. Sonst werden möglicherweise die schön bemalten Eier als Andenken mitgenommen, wer weiß. Dabei steht dieser Osterschmuck gar nicht auf einem Brunnen, sondern auf dem Feuerlöschteich.

Leider war das Wetter kalt und vor allen Dingen stürmisch: Einen Osterbrunnen in Gössweinstein hat es dabei ziemlich erwischt und zerzaust.

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Osterbrunnen Obertrubach

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Osterbrunnen in Untertrubach

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Osterbrunnen in Waischenfeld

 

 

 

Die Wehrkirche in Effeltrich: If I was a tourist

Was haben die Menschen im Mittelalter gemacht, wenn ihr Dorf den Streitigkeiten der Herren um Religion und Macht im Wege stand und ihr Vieh mal eben zur Verpflegung der Truppen geräubert wurde? So viel Geld, dass sie sich eine Mauer um den ganzen Ort leisten konnten, hatten sie nicht. Also bauten sie eine Mauer mit Wehrgang und Schießscharten um ihre Kirche und den Friedhof: So war genug Platz für Mensch und Vieh, während die Angreifer draußen bleiben mussten.

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Die Mauer umschließt immer noch die Kirche und den alten Friedhof, ein viereckiger und drei runde Türme wachen wie früher über das Land. Von dem zweiten viereckigen Turm gibt es nur noch den unteren Teil, der inzwischen als Leichenhaus dient.

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Durch das Tor trieben einst die Bauern ihr Vieh, wenn Feinde nahten – und wehrten sie von oben herab ab. Reste der Stufen, die einst auf den Wehrgang führten, sind noch vorhanden. Ein Schild warnt davor, diese zu betreten.

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Der Heilige Georg, Schutzpatron der Bauern und Pferde war ihr Beschützer vor Kriegsgefahren. Hier wohnt er in einer hübsch geschmückten Nische über dem Portal. Am Ostermontag führen junge Männer in der Effeltricher Tracht die Figur beim Georgiritt mit sich.

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Vor der Kirche steht ein weiterer Georg – und in der Kirche lassen sich ebenfalls noch einige Abbildungen des heiligen Drachentöters entdecken und bewundern. Vielleicht dachten ja die Menschen, je mehr Statuen und Bilder vom Heiligen Georg sie aufstellen, desto besser wird er ihnen helfen. Die Legende, dass Georg den Drachen, also das Böse, besiegt habe, entstand allerdings erst zu der Zeit, als die Kreuzritter in den Orient zogen, um dort das Heilige Land zu befreien (und vor allen Dingen reich zu werden). Mitten im Ort, umtost vom Verkehr auf der auch Sonntags vielbefahrenen Straße, ist noch heute der von Mauern umgebene Kirchhof ein Ort, an dem eine Ruhe herrscht, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Wehrkirche Effeltrich

Wehrkirche Effeltrich

Tanzlinde in Effeltrich

Tanzlinde in Effeltrich

Vor der Kirche steht eine große Tanzlinde, die schweren und weit ausladenden Äste von einer Holzbalkenkonstruktion gestützt. Der Stamm ist rissig und tief gefurcht, ebenso die dicken Äste. Auf 1000 Jahre schätzen Fachleute das Alter der Linde, sie ist somit deutlich älter als die Kirche und hat vieles gesehen. Schade, dass sie nichts davon erzählen kann.

Das ist ein Beitrag für das Projekt von Dschungelpinguin: If I was a tourist. 

 

 

 

Am Weinberg in Weinfranken

Schönes Sommerwetter im Herbst: Das ist eine passende Gelegenheit für eine Wanderung durch bunte Weinberge auf der Grenze zwischen Mittel- und Unterfranken. Auf halber Strecke zwischen Würzburg und Rothenburg ob der Tauber gelegen, ist kaum ein größerer Ort in der Nähe. Alles Provinz. Trotzdem war auf den Wanderweg manchmal eine Verkehrsdichte, wie in einer Fußgängerzone. Das lag sicher am Feiertag, auch Sonntags dürfte bei Sonnenwetter hier einiges los sein. Wer es lieber ruhiger hat, sollte vielleicht wochentags unterwegs sein. Das gilt aber für viele schöne Orte.

An der Paradiesscheune tranken wir einen Schoppen Rotwein. Es war unglaublich viel Betrieb: Angeber mit Cabrio, Mountainbiker in ganzen Pulks, Rentner mit dicken Limousinen, alles fuhr hierher, statt zu laufen. Leider lag das Lokal im Schatten: Konnten wir den ganzen Weg im Shirt laufen, weil es an diesem Allerheiligentag so warm war, wurde es mir hier schnell kühl.

Zum Ausklang dieses wunderbaren Tages gab es noch eine kurze Runde durch Iphofen und einen Besuch im dortigen Knauf-Museum. Immerhin war es der vorletzte Tag der Ausstellung: Hexenwahn in Franken.

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Von Bullenheim in Richtung Weinberg. Der ist nicht zu übersehen.

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Traumhaftes Wetter und bunte Blätter.

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Einfach nur: Hach.

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Guck mal, da hängen sogar noch Trauben am Weinstock.

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Hier sind auch noch Trauben. War das Zufall oder Absicht?

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Sind eigentlich die Blätter vom Rotwein dann auch rot?

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Oben am Hang führt ein Weg. Und zwischendrin noch ganz viele.