Sonntagsspaziergang: Kirche in Poppendorf und Karpfenweiher

Poppendorf ist ein Ortsteil von Heroldsbach, dem Ort, in dem wir wohnen. Am Rand des kleinen Dörfchens liegt die kleine Kirche zwischen den Wiesen. Das ist relativ ungewöhnlich, da Kirchen im Allgemeinen mitten im Ort gebaut werden, oder anders gesagt: Die Häuser wurden früher rund um die Kirchen errichtet. So standen die Kirchen dann automatisch irgendwann mittendrin, gerne auf einer Anhöhe, so dass sie von allen Seiten gut zu sehen waren. Überhaupt überragten die Kirchen früher alle Häuser, bewiesen damit ihre Größe und Macht. Heute dagegen sind andere Gebäude größer.

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Die Kirche St. Georg in Poppendorf, Ortsteil von Heroldsbach in Oberfranken

Die kleine Kirche am Ortsrand von Poppendorf ist mehr als 700 Jahre alt, sagt die Chronik. Der Turm ist ein kleines bisschen jünger. Es gab wohl sogar einen Vorgängerbau, errichtet auf einer germanischen Kultstätte. Gewidmet ist die Kirche dem heiligen Georg, dem Drachentöter.

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Ein Weiher in der Nähe von Poppendorf, Oberfranken

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Die Kirche St. Georg in Poppendorf, Ortsteil von Heroldsbach in Oberfranken in der Dämmerung

Gegenüber der Kirche parken wir das Auto am Beginn eines Feldweges, der zwischen den Weihern entlangführt. Links steht eine einsame Scheune: Hier war früher ebenfalls einmal ein Dorf. Bis in die 50er Jahre sollen noch Häuserreste gestanden haben. Jetzt ist hier nichts, außer der Scheune, Weihern, Obstbäumen und unter diesen Bienenkästen. Wir gehen, während der erste Schnee in diesem Winter unter unseren Schuhen knirscht und die Sonne langsam sinkt. Der Wald scheint schwarz und undurchdringlich, während die Laternen am Ortsrand runde Kreise von rötlich-warmen Licht malen.

Das Reisetagebuch

Ein Reisetagebuch schreibe ich selbst dann, wenn ich nicht reise. Bereits vor der Reise suche ich mir Informationen über das Reiseziel zusammen, kaufe mir Reiseführer und lese vor allen Dingen auch Reiseberichte von Menschen, die schon einmal dort waren. Das können sowohl Blogs im Internet sein, als auch Reisereportagen in Zeitungen und Büchern sein, selbst in Romanen finde ich Inspirationen.

Zunächst ist (fast) jedes meiner Reisetagebücher ein einfaches Notizbuch mit einem festen Gummi drumherum und einem eingeklebten Umschlag innen. So kann ich Zettel, Karten, lose Blätter einfach sammeln. Vor der Reise mache ich mir manchmal Notizen zu den gelesenen Texten, halte fest, was ich un-be-dingt sehen muss. Ob ich es mir dann wirklich anschaue? Kommt darauf an… Vielleicht ist es für die Sehnsucht, die mich zu einem bestimmten Ort führen will, besser, wenn ich diesen nicht real erlebe. So bleibt mir eine Ent-Täuschung erspart.

Schon vor der Reise sammele ich auf diese Weise die ersten Ideen, Gedanken und Notizen. An was muss ich unbedingt denken? Was darf ich auf dieser Reise auf gar keinen Fall vergessen?

Ich packe meinen Koffer und meine Taschen. Was wird mich auf meiner Reise begleiten? Diese Dinge gehören zu mir, sie sind sozusagen mein vertrautes Zuhause in der Fremde. Welche meiner Kleidungsstücke packe ich ein? Wie will ich mich den Mitreisenden zeigen? Bei jeder Reise zeigte sich: Ich habe Dinge eingepackt, die ich überhaupt nicht gebraucht habe. Doch beim Packen war ich überzeugt, dass ich ohne diese Dinge nicht fahren kann. Auf gar keinen Fall! Ob die Sandalen auf meiner Pilgertour von Eisenach nach Marburg oder die Stifte, mit denen ich auf der Kappadokienreise zeichnen wollte: Alles war nur Ballast. Doch das weiß ich erst nach der Reise, nicht vorher.

 

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In Kappadokien unterwegs: Mein Bild für die Blogparade

kappadokien 2141 In Kappadokien war ich im Frühjahr unterwegs. Die Mandelbäume blühten reich und rosa, ansonsten war die Landschaft trocken und karg. Diese alte Frau ging – auf ihren Stock gestützt – nur sehr mühsam und langsam einen langen Berg hinauf: Unten am Fluss lagen die schmalen Felder, oben auf der Höhe die Häuser. Sie trug das, was sie geerntet hatte, im Sack auf dem Rücken.

Leider konnte ich sie nicht fragen, wie oft sie diesen weiten Weg gehen muss. Der Reiseleiter erzählte, dass die Menschen hier in Ortahisar weniger als 100 Euro im Monat bräuchten, weil sie diese sowieso nicht ausgeben könnten. Es gibt einfach nichts zu kaufen. Vielleicht ist es aber auch umgedreht: Es gibt nichts zu kaufen, weil die Menschen so arm sind und ein Händler nicht davon leben könnte, was er verkauft.

Reisen, schreiben – und fotografieren

Franz Grillparzer: „Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch.“

Ich bin gerne unterwegs, ob richtig auf Reisen oder auf Streifzügen in meiner näheren und ferneren Umgebung. Eine Kamera ist immer dabei. Zunächst eine analoge Spiegelreflex, dann die kleine Leica mini zoom, dann eine Canon Powershot, eine Canon 350D, jetzt eine Canon 30D. Mit dem Tamron 18-270 mm bin ich für die meisten Fälle gut gerüstet, der Blitz ist immer dabei, das Teleobjektiv und das Stativ eher selten. Für mich ist die Ausrüstung nicht ganz so wichtig. Wer hier einen großen Schwanz- Kameravergleich erwartet, wird jetzt wahrscheinlich eher enttäuscht sein.

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Aufmerksam den Tag genießen und die Stimmung wirken lassen.

Das wichtigste auf meinen Reisen bin ich selbst: Ich nehme Dinge wahr, die anders sind, als ich sie von zu Hause gewohnt bin. Manchmal mäandern die Gedanken im Kopf, dann werden sie im Notizbuch festgehalten. Überhaupt sind für mich meine Notizen auf Reisen oft noch wichtiger, als die Bilder. Hielt ich zunächst eher fest, wann ich wo war und was es dort alles zu sehen gab, werden die Geschichten inzwischen assoziativer. Fakten kann ich auch noch nachlesen, wenn ich wieder zu Hause bin. Statt dessen lasse ich mich in die Atmosphäre fallen, rieche, höre, schmecke, fühle und sehe, was es alles an Eindrücken gibt. Dabei mache ich auch noch Bilder, klar. Aber diese sehe ich eher als Illustration, als fotografisches Notizbuch.

Da ich seit Jahren für Zeitungen Bilder mache, sehe ich ziemlich schnell, ob sich eine Aufnahme lohnt – oder nicht. Die ewig gleichen perfekten Bilder von menschenleeren supertollen Gegenden finde ich manchmal ziemlich langweilig. Ich versuche – wenn es geht – meine Fotos mit Menschen zu beleben. Das heißt oft, ich muss schnell sein, weil sich Situationen schnell ändern. Sitzt eine Taube auf dem Kopf des Brückenheiligen und guckt ihn kritisch an, wartet sie nicht, bis ich endlich meine Ausrüstung ordentlich parat habe. Meistens halte ich die Kamera griffbereit und angeschaltet. Ein Objektivwechsel würde meistens viel zu lange dauern.

Zwar habe ich ein Teleobjektiv, doch ich nutze es nur sehr selten. Als ich anfing, für Zeitungen zu fotografieren, sagte einer der dortigen Fotografen: Ein Tele ist keine Gehhilfe: Wenn Du denkst, dass Du zu dicht dran bist, dann bist du genau richtig. Diese Maxime beherzige ich, so oft es geht.

Ich bearbeite meine Bilder nur selten. Dafür fehlt mir einfach die Zeit. Ich lösche alles, was nichts geworden ist und meinem Blick nicht genügt, der Rest bleibt im Prinzip so, wie er ist. Vielleicht helle ich eine dunkle Stelle mal etwas auf, das war es aber schon fast. Wenn ich unterwegs blogge, veröffentliche ich die Bilder gleich im Blog. Dafür werden sie einfach klein gerechnet, so dass die Ladezeit des Blogs nicht zu lange dauert.

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Das Leben bietet den Rahmen für jedes Bild, das ich mir wünsche.

Großartig gesichert werden die Bilder bei mir ebenfalls nicht. Da ich meine Notizen mit der Hand aufs Papier schreibe, würden die Erinnerungen ohnehin bleiben. Überhaupt: Als ich noch mit einer analogen Spiegelreflex auf Korsika unterwegs war, war keiner der Filme hinterher brauchbar, weil die Kamera die Filme nicht ordnungsgemäß transportiert hatte. So what. Das ist das Leben. Oft denke ich, wenn ich sehe, wie Eltern ihre Kinder nur durch den Sucher der Kamera sehen: Mensch, geht zu ihnen, erlebt mit ihnen den ersten Schultag oder den Geburtstag, aber legt einfach dafür mal dieses blöde Gerät zur Seite.

Das ist ein Beitrag für die Blogparade bei reisen-fotografie, das Bild für den Wettbewerb suche ich demnächst noch heraus.