Der Storchenlehrpfad in Uehlfeld: Stiefeln durch den Aischgrund

Fliegt ein Storch am Himmel, freuen sich die Menschen. Landet er gar, hieven sie ein Rad aufs Dach, damit er dort sein Nest bauen kann, welches durchaus einen Durchmesser von bis zu zwei Metern haben kann. Er wartet als Maskottchen vor der Hebammenpraxis, als Symbol der Fruchtbarkeit. Eine Sage erzählt, dass der Storch der Bote der Frau Holle ist, der aus ihrem Teich die Kinder holt und zu den Menschen bringt.
Im Aischgrund bei Höchstadt reiht sich ein Karpfenweiher an den anderen. Diese bieten nicht nur den Karpfen, sondern auch Fröschen, Libellen, Möwen, Graureihern und eben den Störchen eine willkommene Heimat.
Vor dem Biergarten in Voggendorf stand eine Tafel: Storchenlehrpfad.
Neugierig geworden, begab ich mich auf die Rundwanderung, immer geführt von dem Storch auf dem Schild – nur gegen Ende der Wanderung verließ sich der Storch sehr darauf, dass der Wanderer den Weg alleine finden möge. Bis dahin waren es jedoch einige Kilometer und am Anfang zeigen die Tafeln wirklich zweifelsfrei den Weg. Die Gegend hier ist hübsch flach, überhaupt nicht bergig. Hier würden sich auch an nordische Tiefebenen gewohnte Menschen wohl fühlen, zumal immer wieder Möwen über den Himmel jagten. Der Feldweg war grandios mit stabilen Betonsteinen gepflastert: Was das wohl gekostet haben mag? Dabei lässt sich doch auf Gras und Erde viel schöner laufen. Leider ging es dann nicht weiter auf dem gepflasterten Feldweg, sondern nach links, ein Stück die Straße entlang, bis zu einer wuchtigen grünen Biogasanlage. Hätte der Weg nicht die Straße meiden können? Weil ich mich nicht auskannte, kürzte ich nicht ab, sondern lief brav die Straße entlang, auch wenn mir das weniger gefiel. In den Feldern rechts und links machten die Lerchen ein richtiges Spektakel, dabei sah ich nur hin und wieder eine von ihnen, wie sie so typisch in der Luft zappelten.
Im Graben neben dem Weg, der jetzt an der Biogasanlage wieder von der Straße weg führte, stand Wasser und es zappelte auch etwas, das hielt aber nicht lange genug still, damit ich gucken konnte, was es war.
Im Vogelbeobachtungshäuschen am Weiher war eine Bank, auf der ließ es sich gut frühstücken. Draußen ginge das ebenfalls.

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Das Vogelbeobachtungshäuschen am Weiher – Storchenlehrpfad Uehlfeld

Immer wieder ging es an weiteren Weihern entlang, die Frösche quakten und bliesen dabei ihren Hals ganz dick auf. Ich lief ein wenig zickzack, so wurde der Weg hier zwar etwas länger, aber die Weiher waren einfach so schön, das musste sein.

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Das ist ein Suchbild: Wo ist der Frosch mit dem grünen Rallyestreifen auf dem Rücken. Storchenlehrpfad Uehlfeld.

In Demantsfürth stand am Weg eine Aussichtsplattform, die ein bisschen wie ein überdimensionales Storchennest aussah. Auch wieder ein guter Platz für eine Rast und zum Gucken. Weiter hinten im nächsten Ort, in Uehlfeld, konnte ich schon die Störche fliegen sehen. Unten futterten zwei Pferde, rupften das Gras und kauten. Ich hatte auch noch was zu essen und zu trinken im Rucksack.

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Gebaut wie ein Storchennest: Die Beobachtungsplattform. In der Ferne sind auf den Dächern wirklich Störche zu sehen. Storchenlehrpfad Uehlfeld

Nach Uehlfeld rein: Jetzt wurde es laut, denn es ging an der Bundesstraße entlang. Das stört offensichtlich auch die Bewohner: An einer Bank, die vor einem Haus an der Straße steht, hängt ein Schild: „Ifelder Plärrer“. Und wer den Nürnberger Plärrer kennt, weiß, was eine laute Straße ist.
Der Weg führte in Schleifen durch den Ort, bis zum Spielplatz vor dem Rathaus.
Dort auf der Bank ließ sich das Storchenpaar auf dem Schornstein trefflich beobachten. Offenbar gab es Ehekrach: einer der Störche saß auf dem Nest, der zweite kam geflogen. Als er näher kam und landen wollte, stand der erste auf und verweigerte dem anderen somit die Landeerlaubnis. Er musste abdrehen und probierte das Ganze noch einige Male, dann war er nicht mehr zu sehen.
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Auf dem Schornstein ist das Storchennest und der Storch im Anflug. Storchenlehrpfad Uehlfeld.

Hier wurde der Storchenpfad etwas unübersichtlich: Ich landete an einem Schild an einer Kreuzung, aber da kam ich schon einmal vorbei, auf dem Weg zum Rathaus. Neben dem Friedhof an einem kleinen Weg versteckte sich das nächste Storchenschild, führte rund um den Friedhof und irgendwie verpasste ich eine der Stationen, auf denen es recht interessante Informationen über den Storch gab. Sei’s drum. Ich war lange genug gelaufen, nahm die kurze Straße zurück bis nach Voggendorf und auf dem Bierkeller gab es eine verdiente Brotzeit.
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Ein Karpfendenkmal in Uehlfeld. Storchenlehrpfad Uehlfeld.

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Durch das Haus hindurch führt die Straße. Wenigstens eine Richtung. Der Gegenverkehr muss an der Seite vorbeifahren. Storchenlehrpfad Uehlfeld.

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Auf dem Holzweg zurück nach Voggendorf. So kriegen die Wanderer auch bei einer Überschwemmung keine nassen Füße. Storchenlehrpfad Uehlfeld.