Kleine Gedanken zum Pilgern

IMG_4927_1_1Als ich das erste Mal von dem Weg hörte, auf dem Elisabeth einst von Eisenach nach Marburg ging, der mit Schildern versehen auch andere Pilger locken wollte, blitzte zunächst nur eine kleine Idee vorwitzig auf: Das will ich auch mal machen.

Die kleine Idee ließ sich nicht mehr vertreiben, wuchs immer weiter und so erzählte ich zunächst nur Freunden und Vertrauten von ihr. Keiner widersprach, keiner redete dagegen, keiner mutmaßte, dass das eine Nummer zu groß für mich sei, ganz im Gegenteil.

Würde mich denn jemand begleiten wollen? Dann müsste ich mich nicht mutterseelenallein auf den Weg machen, den einst Elisabeth ging. Oder vielmehr: Den man sich heute vorstellt, den Elisabeth gegangen sein könnte. Zwar hatte Alex Lust, doch leider keine Zeit. Trotzdem blieb die kleine Idee hartnäckig bei mir und setzte mir einen Floh ins Ohr: Ich solle doch alleine Pilgern. Elisabeth war doch damals auch alleine unterwegs. Oder?

Damals, also jetzt vor fast 800 Jahren, wurde Ludwig, Elisabeths Mann, im Kloster Reinhardsbrunn begraben. Das war im Mai 1228. Ein Jahr zuvor war Ludwig mit dem Kaiser Friedrich II. zum Kreuzzug nach Jerusalem aufgebrochen. Doch er kam nie dort an, sondern erkrankte auf dem Weg dorthin und starb im August 1227 in Ortranto. Kurz danach wurde sie mit ihren drei Kindern – hej, die Frau war erst zwanzig Jahre alt! – von der Wartburg vertrieben, kam eine Weile in Eisenach unter, bis sie der Bischof Ekbert aus Bamberg, ihr Bruder, auf die Burg Pottenstein bringen ließ, in eine Art Schutzhaft. Er wollte seine Schwester wieder standesgemäß verheiraten. Elisabeth zieht mit den Getreuen ihres Mannes zum Kloster Reinhardsbrunn und anschließend nach Eisenach. Heinrich Raspe, Elisabeths Schwager, soll ihr das Erbe endlich aushändigen. Doch nur wenige Wochen später zieht Elisabeth nach Marburg, zu ihrem Beichtvater Magister Konrad, der auch ihr Erbe inzwischen verwaltete. Ihr drittes Kind war jetzt ungefähr ein Jahr alt. Nahm sie das mit auf den Weg? Lief es auf seinen kleinen Füßen oder musste sie es tragen? Auf ihre beiden älteren Kinder hatte Elisabeth verzichtet: Herrmann war sechs und Sophie fünf Jahre alt. Gertrud nahm sie mit nach Marburg, doch als diese entwöhnt war, kam sie Ende 1228 in das Kloster der Prämonstratenserinnen in Altenberg. Puh. Das Kind war doch erst gut anderthalb Jahre alt. Das waren noch Zeiten…

Jedenfalls wurde für die Lieblingshausziege gesorgt und so konnte ich losziehen.

Am Freitag kaufte ich mir Brot, Käse und Äpfel für unterwegs und am Samstagmorgen noch eine Wurst, bevor ich meinen Rucksack gepackt habe und mit dem Auto nach Eisenach gefahren bin.

Die Vorfreude war groß. Ich war schon ein paar Tage vorher nicht mehr so richtig anwesend.

Wie lang würde mir der Weg werden? Ob ich auch den richtigen Weg finde? Er soll zwar gekennzeichnet sein, aber wer weiß schon, ob die Schilder auch an den richtigen Abzweigungen zu sehen sind. Wo werde ich übernachten? Weil es ein Pilgerpfad ist, könne ich überall einen Übernachtungsplatz finden. Das probiere ich aus, schon allein deswegen, weil ich ja gar nicht weiß, wie weit ich jeden Tag gehen kann. Überhaupt: Wie werden mir die Menschen unterwegs begegnen? Ich war übrigens ohne Taschentelefon, ohne Wanderkarte und ohne Pilgerführer unterwegs. Ich glaube kaum, dass Elisabeth damals so etwas hatte, als sie nach Marburg ging.IMG_4934_1_1Woher wussten eigentlich die Menschen damals, in welche Richtung sie gehen mussten? Und woher wussten sie, was es noch auf dieser Welt gibt und wo sie es finden würden? Ob Fuhrleute, Pilger oder Soldaten – es waren sicherlich auch damals Menschen unterwegs die Auskunft geben konnten.

Wer wissen will, wie die neun Tage auf dem Elisabeth waren, liest einfach hier nach.

Meine To-do-Listen für Franken

To-do-Listen sind einfach Klasse. Wenn ich morgens meinen Kaffee trinke, liegt neben meiner Kaffeetasse ein Block, auf den ich meine neue To-do-Liste schreibe. Mein erster Punkt auf jeder neuen Liste lautet: To-do-Liste schreiben. Kaum bin ich fertig damit, kann ich meinen ersten Punkt auf der neuen Liste wieder streichen. So fängt jeder neue Tag mit einem Erfolgserlebnis an. 
Für Franken hab ich hier eine ganz persönliche To-do-Liste:
Auf der Liste 111 Sachen in Franken machen notiere ich alles, was ich sehen, erleben und natürlich auch machen möchte.
Falls jemand noch etwas weiß, was noch nicht auf der Liste notiert ist: Immer her damit.
Einiges ist ja inzwischen schon glücklich erledigt und wurde anschließend in einem Blogartikel beschrieben – der Link führt zum Text.
1. Blaue Zipfel essen
 
2. Rothenburg ob der Tauber
3. Klein-Venedig

4. Nürnberg

5. Heckenwirtschaften

6. Bayreuth

7. Süßholzraspler

8. Würzburg 

9. Osterbrunnen

10. Walberla

11. Bamberger Hörnla

12. Spargel

13. Bamberger Reiter

14. Rhönschaf

15. Nürnberger Lebkuchen

Die To-do-Liste 111 Sachen in Franken machen hat einige nette Menschen zu Vorschlägen inspiriert: 

Susanne meint, ich müsse unbedingt

16. gebackenen Karpfen essen

17. Dinkelsbühl besuchen 

Dartqueen schlug vor, ich solle

18. Glühwein im Sommer trinken

19. Am Wunschring in Nürnberg drehen

Beate wusste noch mehr in Nürnberg:

20. gegrillte Bratwürstchen in Nürnberg essen

21. Trempelmarkt besuchen

22. auf den Christkindlesmarkt gehen

23. das Dokumentationszentrum auf dem Reichsparteitagsgelände angucken

24. Bardentreffen

Lieber Leser, ich wünsche mir was: Wenn Du weitere Vorschläge hast, was ich in Franken unbedingt angucken soll, dann schreib mir das. Unten das Kommentarfeld ist prima dafür geeignet. Und am Allerschönsten fände ich es ja, wenn Du mir das selber zeigen magst.